Weiterbildung weiter gedacht…

Eine Inspiration für agile Bildungsansätze

Bildung wird oft eindirektional vermittelt. In der Praxis fühlt man sich meist ratlos, obwohl man gerade einen Kurs besucht hat, der prall mit Fachwissen gefüllt war. Wie können wir Weiterbildungsformate schaffen, die mehr auf die Bedürfnisse der Teilnehmer eingehen und ihnen helfen, die echten Herausforderungen in der Praxis zu meistern? Können wir von agilen Ansätzen wie SCRUM lernen?

 

Agilitaet

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: www.pixabay.com ©Wikilmages

 

Das agile Prinzip stammt aus der Softwareentwicklung. Während des Entwicklungsprozesses gewinnen wir oft neue Erkenntnisse, die vorher nicht bekannt waren. Diese sollten bei der Entwicklung berücksichtigt werden. Mit agilen Ansätzen wie SCRUM möchte man Produkte entwickeln, die einen echten Kundennutzen bzw. Business Value schaffen.

Über ein iteratives Vorgehen werden Risiken reduziert, sog. Produktinkremente mit einer höheren Geschwindigkeit ausgeliefert und die Teamproduktivität gesteigert.

Da das SCRUM Framework nicht nur für Programmierer, sondern auch für die Lösung von allgemeinen Problemstellungen entwickelt wurde, lässt es sich ebenso auf den Kontext der Weiterbildung übertragen:

“Scrum (n): A framework within which people can address complex adaptive problems, while productively and creatively delivering products of the highest possible value.” (Quelle: http://www.scrumguides.org)

 

Agile Prinzipien nach SCRUM

3 zentrale Prinzipien können uns als Inspirationshilfe für eine innovative Weiterbildung dienen:

  1. Iteratives Vorgehen: Sprints und time-boxing
  2. Praxisorientierter Mehrwert: Entwicklung eines „done increment“
  3. Prinzip der Selbstorganisation

 

 

Lassen Sie sich überraschen, wie sich Menschen höchst effektiv selbst organisieren können, wenn ihnen keiner sagt, was sie tun sollen. Dazu bietet das Ball Point Game überraschende Erkenntnisse. Sie glauben es nicht? Probieren Sie es aus: Spielerisch lernen, was „agil“ bedeutet: Das Ball Point Game

 

1. Innovative Weiterbildung nach dem Sprint Prinzip

Wie lässt sich das Sprint Prinzip für die Konzeption einer Weiterbildung nutzen?

Eine Möglichkeit besteht darin,  den Teilnehmern bereits vor Kurs- oder zum Kursbeginn eine wichtige Frage zu stellen:

Welche 3 Dinge möchten Sie in diesem Kurs lernen?

Danach bitten Sie die Teilnehmer, ihre Themen an ein Kanban Board zu heften, das in die drei Spalten „zu tun“ – „in Arbeit“ und „fertig“ aufgegliedert ist.

 

Kanban Board nach dem Sprint Prinzip

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: www.pixabay.com ©geralt

 

Die Gruppe legt die Kriterien fest, die ein Thema für die Spalte „fertig“ qualifiziert. Ggf. sind die Themen per Dotmocracy zu priorisieren.

Dann sprinten Sie zusammen los und erarbeiten die Inhalte Ihres Kurses, indem Sie die Themen auf dem Kanban Board berücksichtigen. Halten Sie von Zeit zu Zeit inne und bewerten zusammen mit der Gruppe, inwiefern die Themen auf dem Kanban Board behandelt wurden.

 

Kanban Board bei Trello

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Kanban Board kann live über ein Pinnboard oder sogar online über Kollaboration Tools wie Trello genutzt werden.

Tipp: Über das Menü -> „Sticker“ können die Teilnehmer die Themen priorisieren.

 

2. Wann ist ein Kursinhalt „done“?

Im SCRUM Kontext ist eine neue Funktion „done“, wenn sie im Rahmen des bis dato entwickelten Gesamtproduktes umfassend getestet wurde und in der Praxis nutzbar ist. Doch wann entfaltet Weiterbildung seinen Nutzen?

Dies ist dann der Fall, wenn die Kursteilnehmer die Herausforderungen in der Praxis nach Kursende meistern können. Wie können wir dies erreichen?

Beispielsweise dienen während des Kurses ein Wissensquiz oder die Beurteilung eines praxisnahen Fallbeispiels der Festigung und Selbstreflexion.

Das TUN in der Praxis können Sie z.B. fördern, indem Sie eine Online-Kursreihe erstellen. In den Zeiten zwischen den Modulen können die Teilnehmer das Erlernte z.B. über DIY Aufgaben in der Praxis anwenden, die Sie direkt im Rahmen der Kursreihe besprechen.

 

3. Das Prinzip der Selbstorganisation

Fordern Sie die Teilnehmer heraus, Ihren Anteil zur Erreichung des „Sprintziels“ bzw. des Lernziels beizutragen, indem Sie z.B. die Lean Coffee Moderation nutzen, in der die Teilnehmer ihre Themen aktiv einbringen. Eine Anleitung dazu finden Sie im Artikel „Offener Austausch einfach und unkompliziert!

Online können Sie dazu Tools wie Trello nutzen.

 

 

Darüber hinaus bietet es sich an, den Austausch und die Zusammenarbeit der Teilnehmer über Conferencing Tools wie Skype for Business, Communities oder quofox Lerngruppen zu fördern.

 

Take Away

  • Nutzen Sie agile Prinzipien, um Ihre Kursteilnehmer zur aktiven Mitgestaltung zu bewegen.
  • Betrachten Sie Ihren Kurs als Sprint und bauen Sie aktive Feedbackelement wie z.B. ein Kanban Board ein.
  • Maximieren Sie den Mehrwert des Lernerlebnisses nach dem Prinzip „done“, z.B. über ein Wissensquiz, Selbstchecks, die Beurteilung von Fallbeispielen oder Praxisübungen zwischen Kursmodulen.
  • Fördern Sie die Selbstorganisation der Teilnehmer, z.B. über eine Community, Lerngruppen, Collaboration Tools oder eine Lean Coffee Moderation.

 

Sind Sie bereit, das Lernerlebnis der Zukunft mitzugestalten?

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Markus Busch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Markus Busch

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